Wie viel Strom verbraucht ein Herd?
Die Anschlusswerte eines Kochfelds sind hoch. Vier Kochzonen kommen zusammen auf etwa 7 kW, eine einzelne Zone auf 1,2 bis 2,5 kW, mit Boost-Funktion auf mehr. Diese Leistung fließt aber nur kurz beim Ankochen. Danach regelst du herunter, und die Elektronik schaltet die Zone in Intervallen. Über alle Platten und Kochstufen hinweg rechnet der Rechner deshalb mit einer durchschnittlichen Leistung von 1.200 Watt. Bei gut einer halben Stunde Kochzeit pro Tag ergibt das rund 260 kWh im Jahr, bei 0,32 € pro kWh also gut 80 €. Der Backofen ist darin nicht enthalten.
Induktion, Ceran oder Gusseisen?
Bei Induktion erzeugt ein Magnetfeld die Wärme direkt im Topfboden. Die Glasplatte wird nur durch den heißen Topf warm, und wenig Energie geht an die Umgebung verloren. Ein Ceranfeld bringt dagegen erst einen Heizleiter unter dem Glas zum Glühen, der die Wärme dann an den Topf weitergibt. Induktion braucht deshalb für dieselbe Aufgabe etwa 15 bis 20 Prozent weniger Strom als Ceran und bringt Wasser schneller zum Kochen. Am ungünstigsten sind alte Gusseisen-Kochplatten. Sie brauchen lange, bis sie heiß sind, und geben nach dem Ausschalten noch lange Wärme ab, die oft niemand mehr nutzt.
Für Induktion brauchst du Töpfe mit magnetischem Boden. Ob ein Topf passt, prüfst du mit einem Magneten: Bleibt er am Boden haften, funktioniert der Topf.
Was ein Gericht auf dem Herd kostet
Ein Beispiel: Für Nudeln für vier Personen bringst du 3 Liter Wasser zum Kochen und lässt die Nudeln zehn Minuten sprudeln. Auf einem Induktionsfeld braucht das grob 0,5 kWh, auf Ceran eher 0,6 kWh. Das sind 16 bis 19 Cent. Ohne Deckel und mit einem Topf, der kleiner ist als die Kochzone, wird es mehr. Auf Ceran lohnt es sich, das Wasser im Wasserkocher vorzuheizen, bei Induktion ist der Unterschied gering. Bei Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Eintöpfen verkürzt ein Schnellkochtopf die Garzeit oft um mehr als die Hälfte und spart entsprechend Strom.
Restwärme nutzen
Ceran- und Gusseisenplatten bleiben nach dem Ausschalten noch einige Minuten heiß. Schalte sie früher ab und lass das Essen mit der Restwärme fertig garen. Bei Induktion funktioniert das kaum, weil die Wärme im Topf entsteht und die Platte schnell abkühlt. Dafür reagiert Induktion sofort, wenn du herunterschaltest. Du kannst also früher auf eine niedrige Stufe wechseln, ohne dass etwas überkocht.