Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung?
Infrarotheizungen gibt es meist mit 300 bis 1.200 Watt. Ein Paneel mit 600 Watt kostet bei 0,32 € pro kWh rund 19 Cent pro Stunde, in der es heizt. Über das Thermostat ist das Gerät länger eingeschaltet, als das Heizelement tatsächlich arbeitet. Heizt es im Winterhalbjahr täglich insgesamt sechs Stunden, kommen rund 660 kWh oder etwa 210 € im Jahr zusammen. Im Rechner trägst du deshalb die reine Heizzeit ein und im erweiterten Modus die Zahl der Heizmonate.
Strahlungswärme ist keine billigere Wärme
Infrarotpaneele erwärmen vor allem Wände, Möbel und Menschen. Die Luft bleibt etwas kühler, Staub wird kaum aufgewirbelt. Manche empfinden einen Raum deshalb schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur als behaglich, was ein wenig Energie sparen kann. Physikalisch bleibt es aber dabei: Aus einer kWh Strom wird eine kWh Wärme, genau wie beim Heizlüfter oder Ölradiator. Pauschale Sparversprechen gegenüber anderen Heizungen solltest du deshalb skeptisch sehen.
Der Wärmebedarf entscheidet über die Kosten
Als Hauptheizung braucht eine Infrarotheizung so viel Strom, wie der Raum an Wärme verliert. Ein Beispiel für ein Zimmer mit 20 m²:
| Gebäude | Wärme pro Jahr | Infrarot | Gasheizung | Wärmepumpe |
|---|---|---|---|---|
| Passivhaus | 300 kWh | 96 € | 40 € | 28 € |
| Neubau | 1.000 kWh | 320 € | 133 € | 94 € |
| Teilsanierter Altbau | 2.000 kWh | 640 € | 267 € | 188 € |
Annahmen: Strom 0,32 € pro kWh, Gas 0,12 € pro kWh bei 90 Prozent Wirkungsgrad, Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4. Grundpreise, Anschaffung und Wartung sind nicht enthalten.
Im Passivhaus liegt der Unterschied zur Gasheizung bei gut 50 € im Jahr. Dort kann eine Infrarotheizung sinnvoll sein, weil eine teure Heizungsanlage kaum Wärme liefern müsste. Im teilsanierten Altbau zahlst du dagegen rund 370 € mehr pro Raum und Jahr.
Wo Infrarot sinnvoll ist
Gut geeignet sind Räume, die nur kurz oder selten geheizt werden, etwa das Bad am Morgen, ein Hobbyraum oder ein Gästezimmer. Dort zählt, dass das Paneel schnell spürbare Wärme liefert und nichts kostet, solange es aus ist. Im Bad kann ein Paneel auch eine Wärmepumpe ergänzen, damit die ganze Anlage mit niedriger Vorlauftemperatur auskommt. Als Hauptheizung im unsanierten Altbau ist Infrarot dagegen meist die teuerste Lösung. Ob eine Wärmepumpe bei dir passt, prüfst du mit dem Wärmepumpen-Rechner.