Wie viel Strom verbraucht ein Boiler?
Ein elektrischer Warmwasserspeicher, oft einfach Boiler genannt, heizt Wasser mit einem Heizstab auf und hält es warm, bis du es brauchst. Der Verbrauch setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Energie für das gezapfte Warmwasser und den Wärmeverlusten des Speichers. Für eine Dusche von fünf Minuten braucht er rund 1,5 kWh. Dazu kommen 0,7 bis 1,4 kWh pro Tag, die ein Speicher mit 80 Litern bei 65 °C über seine Hülle verliert. Für ein bis zwei Personen kommen so oft 1.000 bis 1.600 kWh im Jahr zusammen, bei 0,32 € pro kWh also 320 bis 510 €.
Im Rechner trägst du die Leistung des Heizstabs ein, meist 2.000 Watt, und als Betriebsstunden die Zeit, in der er tatsächlich heizt. Bei 3 kWh am Tag sind das anderthalb Stunden.
Bereitschaftsverluste: der unterschätzte Teil
Im Datenblatt steht der Bereitschaftsenergieverbrauch in kWh pro 24 Stunden, gemessen bei 65 °C. Bei aktuellen Wandspeichern mit 80 Litern liegt er je nach Modell etwa zwischen 0,7 und 1,4 kWh. Über ein Jahr sind das 250 bis 500 kWh oder 80 bis 160 €, ganz ohne Warmwasser zu zapfen. Ältere Speicher mit schwächerer Dämmung verlieren oft mehr.
Besonders ungünstig ist das bei kleinen Speichern, die selten genutzt werden. Ein Untertischspeicher im Gäste-WC verliert oft mehr Energie, als für das gezapfte Wasser nötig ist. Hier ist ein Klein-Durchlauferhitzer die bessere Wahl.
Die richtige Temperatur
Die Wärmeverluste steigen mit dem Temperaturunterschied zwischen Speicher und Raum. Senkst du die Temperatur von 65 auf 55 °C, sinkt bei 20 °C Raumtemperatur der Unterschied von 45 auf 35 Grad und mit ihm der Wärmeverlust um gut ein Fünftel. Unter 55 °C solltest du aber nicht dauerhaft gehen. Das Umweltbundesamt empfiehlt für Warmwasser ein Temperaturniveau von durchgängig über 55 °C, weil sich sonst Legionellen vermehren können.
Boiler mit Solarstrom oder dynamischem Tarif
Ein Boiler ist auch ein Wärmespeicher. Ein Speicher mit 80 Litern nimmt beim Aufheizen von 15 auf 60 °C rund 4 kWh auf, mit 2 kW Heizleistung dauert das etwa zwei Stunden. Diese Zeit kannst du in die Stunden legen, in denen deine Solaranlage Überschuss liefert oder der Strom mit einem dynamischen Tarif günstig ist. Noch sparsamer ist eine Warmwasser-Wärmepumpe. Sie braucht für dieselbe Wärme meist nur ein Drittel bis die Hälfte des Stroms, kostet in der Anschaffung aber deutlich mehr.