Wie viel Strom verbraucht eine Sauna?
Eine finnische Heimsauna gehört zu den Geräten mit der höchsten Leistung im Haushalt. Typische Saunaöfen haben 6 bis 9 kW, als Faustregel gilt etwa 1 kW pro Kubikmeter Kabine. Ein Saunaabend von rund zwei Stunden inklusive Aufheizen braucht mit einem 9-kW-Ofen etwa 14 kWh, je nach Dämmung, Temperatur und Dauer auch 9 bis 18 kWh. Bei 0,32 € pro kWh kostet ein typischer Abend rund 4,50 €. Mit einem Saunaabend pro Woche kommen etwa 730 kWh oder 234 € im Jahr zusammen.
Aufheizen kostet am meisten
| Phase | Dauer | Verbrauch (9-kW-Ofen) | Kosten |
|---|---|---|---|
| Aufheizen auf 80 bis 90 °C | ca. 45 Minuten | rund 7 kWh | 2,24 € |
| Saunieren, Ofen hält die Temperatur | ca. 75 Minuten | rund 7 kWh | 2,24 € |
| Ganzer Abend | ca. 2 Stunden | rund 14 kWh | 4,48 € |
Beim Aufheizen läuft der Ofen ohne Pause mit voller Leistung, bis Luft, Holz und Steine warm sind. Danach schaltet der Thermostat den Ofen nur noch zeitweise ein, um die Temperatur zu halten. Jedes Öffnen der Tür und jeder Aufguss kostet Wärme. Eine gut gedämmte Innensauna ist meist nach 30 bis 60 Minuten bereit, Außen- und Fasssaunen brauchen bei Kälte bis zu 90 Minuten und entsprechend mehr Strom. Deshalb ist es günstiger, mehrere Gänge an einem Abend zu machen als einzelne Gänge an verschiedenen Tagen.
Infrarotkabine oder finnische Sauna
Eine Infrarotkabine arbeitet anders: Strahler erwärmen vor allem den Körper, die Luft bleibt deutlich kühler als in der finnischen Sauna mit 80 bis 90 °C. Eine Kabine für zwei Personen hat meist 1,5 bis 2,5 kW und braucht nur einen kurzen Vorlauf. Eine Sitzung von 30 bis 45 Minuten kostet damit etwa 1 bis 1,5 kWh, bei 0,32 € pro kWh also 32 bis 48 Cent. Selbst bei täglicher Nutzung bleibt eine Infrarotkabine mit rund 456 kWh im Jahr unter einer finnischen Sauna, die einmal pro Woche läuft. Das Erlebnis ist allerdings ein anderes: Wer klassische Saunahitze und Aufgüsse möchte, braucht einen Saunaofen.
Günstiger saunieren
Die größten Hebel sind die Zahl der Aufheizvorgänge und die Temperatur. Wer 80 statt 90 °C einstellt, verkürzt die Aufheizzeit. Den Ofen kannst du meist schon während des letzten Gangs abschalten, die gespeicherte Wärme reicht dafür aus. Bei einem dynamischen Stromtarif lohnt es sich, den Saunaabend in günstige Stunden zu legen: Liegt der Preis 10 Cent unter deinem Durchschnittspreis, spart ein Abend mit 14 kWh 1,40 €. Wann Strom günstig ist, zeigt der Börsenstrompreis, mehr zum Tarif liest du im Ratgeber zum dynamischen Stromtarif. Eine Photovoltaikanlage hilft dagegen wenig, weil viele im Winter und abends saunieren, wenn kaum Solarstrom erzeugt wird.