Die Regeln auf einen Blick
| Punkt | Regel 2026 |
|---|---|
| Wechselrichter | höchstens 800 VA Ausgangsleistung |
| Module | höchstens 2.000 Wp |
| Stecker | Schuko bis 960 Wp Modulleistung bei Geräten nach DIN VDE V 0126-95, darüber Energiesteckdose (Wieland) |
| Anmeldung | nur im Marktstammdatenregister, innerhalb eines Monats |
| Netzbetreiber | keine eigene Anmeldung nötig |
| Alter Zähler | darf bis zum Tausch weiterlaufen |
| Mieter und Wohnungseigentümer | Anspruch auf Zustimmung, Ablehnung nur aus triftigem Grund |
| Mehrwertsteuer | 0 Prozent |
| 60-Prozent-Grenze aus dem Solarspitzengesetz | gilt nicht für Balkonkraftwerke |
Was die Grenzen von 800 VA und 2.000 Wp bedeuten
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um und darf höchstens 800 VA, also rund 800 W, ins Hausnetz abgeben. Die Module dürfen zusammen bis zu 2.000 Wp haben.
Mehr Modulleistung hebt die Spitze nicht über 800 W. Sie bringt aber morgens, abends, an trüben Tagen und im Winter mehr Strom, weil die Module dann ohnehin unter ihrer Nennleistung arbeiten. An sonnigen Sommermittagen regelt der Wechselrichter die Leistung dafür ab. Zusätzliche Module bringen deshalb vor allem bei ungünstiger Ausrichtung etwas, etwa an einem Ost- oder Westbalkon.
Schuko-Stecker oder Wieland-Steckdose
Mit der DIN VDE V 0126-95 (Ausgabe Dezember 2025) gibt es eine eigene Produktnorm für Steckersolargeräte. Geräte, die nach dieser Norm gebaut sind, darfst du bis zu einer Modulleistung von 960 Wp mit einem normalen Schuko-Stecker anschließen. Für mehr Modulleistung bis 2.000 Wp braucht es eine Energiesteckdose (Wieland), die ein Elektriker setzt.
Steck das Gerät direkt in eine Wandsteckdose, nicht in eine Mehrfachsteckdose oder Kabeltrommel. Achte beim Kauf darauf, dass Hersteller oder Händler die Konformität mit der Norm ausweisen. Speicher für Balkonkraftwerke erfasst die Norm bisher nicht.
Anmeldung und Zähler
Ein Balkonkraftwerk registrierst du nur im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, spätestens einen Monat nach der Inbetriebnahme. Die Registrierung ist kostenlos und kommt mit wenigen Angaben aus. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.
Hast du noch einen alten Ferraris-Zähler mit Drehscheibe, darf er bis zum Tausch weiterlaufen, auch wenn er sich bei Überschuss rückwärts dreht. Der Messstellenbetreiber ersetzt ihn durch einen modernen Zähler. Strom, den du gerade nicht selbst verbrauchst, fließt ins Netz, in der Regel ohne Vergütung.
Mieter und Eigentümergemeinschaft
Steckersolargeräte gehören zu den privilegierten baulichen Veränderungen. Als Mieter oder Wohnungseigentümer hast du einen Anspruch darauf, dass Vermieter oder Eigentümergemeinschaft zustimmen. Ablehnen dürfen sie nur aus triftigem Grund. Mitreden dürfen sie bei der Frage, wie das Gerät befestigt wird.
Hol die Zustimmung vor der Montage schriftlich ein. Frag außerdem bei deiner Haftpflichtversicherung nach, ob das Gerät mitversichert ist.
Ertrag und Amortisation
Ein Set mit 800 bis 1.000 Wp kostet 250 bis 500 €, mit Speicher 700 bis 1.400 €. Unverschattet und nach Süden ausgerichtet erzeugt es laut ADAC 600 bis 900 kWh im Jahr. Hängen die Module senkrecht am Geländer, liefern sie nur rund 71 Prozent des Ertrags einer um 30 Grad geneigten Südanlage.
Wie viel du sparst, hängt davon ab, wie viel des Stroms du im Moment der Erzeugung selbst verbrauchst. Beispiele mit 700 kWh Jahresertrag und 0,32 € pro kWh:
| Beispiel | Preis | Selbst genutzt | Ersparnis pro Jahr | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| Set ohne Speicher, 50 Prozent Eigenverbrauch | 400 € | 350 kWh | 112 € | rund 3,5 Jahre |
| Set ohne Speicher, 70 Prozent Eigenverbrauch | 400 € | 490 kWh | 157 € | rund 2,5 Jahre |
| Set mit Speicher, 90 Prozent Eigenverbrauch | 1.000 € | 630 kWh | 202 € | rund 5 Jahre |
Die Anteile beim Eigenverbrauch sind Annahmen. Der ADAC kommt unter typischen Bedingungen auf eine Amortisation von 3 bis 5 Jahren. Mit deinen Werten rechnest du im Balkonkraftwerk-Rechner. Für eine Anlage auf dem Dach nutzt du den Solarrechner, Hintergründe stehen im Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik.
Lohnt sich ein Speicher am Balkonkraftwerk?
Ein Set mit Speicher kostet nach den Preisspannen oben rund 450 bis 900 € mehr als eines ohne. Nutzt du von 700 kWh Ertrag die Hälfte direkt, bleiben 350 kWh Überschuss. Selbst wenn der Speicher davon alles in den Abend verschieben könnte, wären das höchstens rund 112 € im Jahr. Tatsächlich ist es weniger, weil beim Speichern Verluste entstehen und im Winter kaum Überschuss anfällt. Der Speicherteil braucht damit im besten Fall 4 bis 8 Jahre, bis er sich rechnet. Bei geringer Grundlast und viel Verbrauch am Abend kann er trotzdem sinnvoll sein.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Ausrichtung und Schatten: Süd bringt am meisten, Ost oder West verteilen den Ertrag auf Morgen oder Abend. Schon ein Schatten auf einem Teil des Moduls senkt den Ertrag spürbar.
- Befestigung: Die Halterung muss Wind und Gewicht sicher tragen, besonders in höheren Stockwerken.
- Modulleistung und Stecker: Bis 960 Wp reicht bei normgerechten Geräten der Schuko-Stecker, darüber planst du den Elektriker ein.
- Grundlast prüfen: Je mehr Strom dein Haushalt tagsüber ständig braucht, desto mehr nutzt du selbst. Wie du die Grundlast am Zähler misst, steht im Ratgeber Stromkosten berechnen.