Die Formel für Stromkosten

Für jedes elektrische Gerät gilt dieselbe Rechnung:

Kosten = Leistung in Watt × Stunden ÷ 1.000 × Strompreis pro kWh

Das Teilen durch 1.000 macht aus Wattstunden Kilowattstunden. Ein Beispiel: Ein Fernseher mit 100 W läuft vier Stunden am Tag. Das sind 400 Wh oder 0,4 kWh pro Tag. Bei 0,32 € pro kWh kostet das 12,8 Cent am Tag und rund 47 € im Jahr.

Alle Beispiele auf dieser Seite rechnen mit 0,32 € pro kWh. Das ist ein typischer Arbeitspreis 2026. Mit deinem eigenen Preis und deinem Gerät rechnest du im Stromkostenrechner.

Watt und Kilowattstunde: der Unterschied

Watt (W) ist eine Leistung. Sie gibt an, wie viel Strom ein Gerät in einem bestimmten Moment zieht. Die Kilowattstunde (kWh) ist eine Energiemenge, also Leistung mal Zeit. 1 kWh entspricht 1.000 W für eine Stunde oder 100 W für zehn Stunden. Dein Stromzähler zählt kWh, und auf der Rechnung bezahlst du kWh.

Die Watt-Angabe auf dem Typenschild ist meist die Höchstleistung. Viele Geräte ziehen sie nur zeitweise. Der Kompressor eines Kühlschranks läuft typischerweise drei bis acht Stunden am Tag. Ein Backofen mit 2.000 bis 3.500 W Nennleistung braucht durch das Takten des Thermostats rund 1 kWh pro Backstunde. Wer bei solchen Geräten die Nennleistung mit der Einschaltdauer multipliziert, überschätzt die Kosten deutlich. Mehr dazu auf den Seiten zum Kühlschrank und zum Backofen.

Steht auf dem Gerät nur eine Stromstärke in Ampere, hilft die Formel Leistung = Spannung × Stromstärke: 230 V × 0,5 A ergeben 115 W. Umrechnungen zwischen Watt, kWh, Ampere und mAh erledigt der Watt-kWh-Umrechner.

Beispiele aus dem Haushalt

Gerät Leistung Nutzung kWh pro Jahr Kosten pro Jahr
LED-Lampe 8 W 5 Stunden am Tag 15 5 €
WLAN-Router 10 W rund um die Uhr 88 28 €
Wasserkocher 2.000 W 9 Minuten am Tag 110 35 €
Fernseher 100 W 4 Stunden am Tag 146 47 €
Desktop-PC 80 W 8 Stunden an 5 Tagen pro Woche 167 53 €
Heizlüfter 2.000 W 3 Stunden am Tag, 4 Monate lang 730 234 €

Die Tabelle zeigt, warum die Leistung allein wenig aussagt. Der Router zieht nur 10 W, läuft aber 8.760 Stunden im Jahr und kostet fast so viel wie ein Wasserkocher mit 2.000 W. Teuer wird es, wenn hohe Leistung und lange Laufzeit zusammenkommen, wie beim Heizlüfter.

Kosten pro Tag, Monat und Jahr

Am einfachsten rechnest du zuerst den Verbrauch pro Tag aus und rechnest dann hoch:

  • Pro Tag: Leistung × Stunden ÷ 1.000 × Preis.
  • Pro Monat: Tageswert × 30,4. So viele Tage hat ein Monat im Durchschnitt.
  • Pro Jahr: Tageswert × 365. Läuft ein Gerät nicht täglich, rechnest du mit Tagen pro Woche × 52.
  • Saisonal: Bei Heizlüfter, Klimaanlage oder Poolpumpe zählen nur die Monate, in denen sie tatsächlich laufen.

Eine praktische Faustregel für Dauerverbraucher: 1 W, das rund um die Uhr läuft, ergibt 8,76 kWh im Jahr und kostet rund 2,80 €. Ein Gerät, das im Standby dauerhaft 5 W zieht, kostet also rund 14 € im Jahr. Was deine Geräte im Bereitschaftsmodus kosten, zeigt der Standby-Rechner.

Arbeitspreis und Grundpreis

Dein Stromtarif besteht aus zwei Teilen. Der Arbeitspreis gilt für jede verbrauchte kWh, typisch sind 2026 rund 32 Cent. Der Grundpreis ist eine feste Monatsgebühr von meist 13 bis 18 €, die du unabhängig vom Verbrauch zahlst.

Für die Kosten eines einzelnen Geräts zählt nur der Arbeitspreis, denn den Grundpreis zahlst du auch, wenn das Gerät gar nicht läuft. Für die Jahresrechnung kommt er dazu:

Jahreskosten = Verbrauch in kWh × Arbeitspreis + 12 × Grundpreis

Bei 2.500 kWh, 0,32 € Arbeitspreis und 15,50 € Grundpreis sind das 800 € plus 186 €, zusammen 986 €. Umgerechnet zahlst du 39,4 Cent pro kWh. Je weniger du verbrauchst, desto stärker fällt der Grundpreis ins Gewicht. Der BDEW-Durchschnitt von 37,0 Cent pro kWh für 2026 bezieht sich auf 3.500 kWh und enthält den Grundpreis anteilig. Deinen tatsächlichen Preis pro kWh ermittelt der Strompreis-Check.

Verbrauch messen statt schätzen

Mit einem Strommessgerät

Ein Messgerät für die Steckdose zeigt die aktuelle Leistung in Watt und zählt die verbrauchten kWh. Miss über einen typischen Zeitraum: beim Kühlschrank mindestens 24 Stunden, besser eine Woche, bei der Waschmaschine einen kompletten Waschgang und beim Fernseher auch den Standby. Einfache Messgeräte kosten nicht viel, manche Verbraucherzentralen, Stadtwerke und Bibliotheken verleihen sie. Auch viele smarte Steckdosen messen den Verbrauch.

Zwischenstecker eignen sich für Geräte bis 3.680 W, das ist die Grenze einer normalen Steckdose mit 16 A. Fest angeschlossene Geräte wie Herd oder Durchlauferhitzer lassen sich so nicht messen.

Mit dem Stromzähler

Für den ganzen Haushalt liest du den Zähler ab. Aufschlussreich ist die Grundlast, also alles, was ständig läuft. Lies dazu abends vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen ab. Zeigt der Zähler nach acht Stunden 0,6 kWh mehr, liegt deine Grundlast bei 75 W. Das sind rund 660 kWh oder 210 € im Jahr.

Ob dein Gesamtverbrauch hoch oder niedrig ist, zeigt der Verbrauchs-Check. Welche Geräte wie viel beitragen, rechnest du im Haushaltsrechner aus.

Typische Fehler beim Rechnen

  • Nennleistung mal 24 Stunden: Kühlschrank, Backofen und Heizgeräte takten. Rechne mit der tatsächlichen Laufzeit oder nimm den Jahresverbrauch vom Energielabel.
  • Standby vergessen: Kleine Dauerlasten summieren sich über 8.760 Stunden im Jahr.
  • Grundpreis auf Geräte verteilen: Für ein einzelnes Gerät zählt nur der Arbeitspreis.
  • Watt und kWh verwechseln: Ein Fernseher verbraucht nicht 100 W im Jahr, sondern zum Beispiel 146 kWh.