Was eine PV-Anlage 2026 kostet
Die Verbraucherzentrale wertet regelmäßig Angebotspreise für fertig installierte Anlagen aus. Stand August 2026:
| Anlagengröße | Preis pro kWp |
|---|---|
| 4 bis 6 kWp | 2.090 € |
| 6 bis 8 kWp | 1.820 € |
| 8 bis 9 kWp | 1.520 € |
| 9 bis 10 kWp | 1.410 € |
| 10 bis 12 kWp | 1.290 € |
| 12 bis 14 kWp | 1.240 € |
| 14 bis 16 kWp | 1.220 € |
| über 16 kWp | 1.010 € |
Größere Anlagen sind pro kWp deutlich günstiger, weil Fixkosten wie Gerüst, Planung und Anmeldung kaum mit der Größe wachsen. Eine Anlage mit 5 kWp kostet rund 10.450 €, eine mit 11 kWp rund 14.190 €. Das ist gut ein Drittel mehr Geld für mehr als die doppelte Leistung.
Für Anlagen bis 30 kW einschließlich Speicher fällt keine Mehrwertsteuer an. Erträge aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind zudem einkommensteuerfrei. Für Versicherung, Wartung und Zähler solltest du etwa 1 Prozent der Investition pro Jahr einplanen und damit rechnen, dass der Wechselrichter nach rund 15 Jahren ersetzt werden muss.
Wie viel Strom die Anlage erzeugt
Der Ertrag hängt vom Standort und von der Ausrichtung ab. Für eine Südanlage mit 35 Grad Neigung nennt PVGIS, das Werkzeug der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU, nach Abzug von 14 Prozent Systemverlusten:
| Standort | Ertrag pro kWp und Jahr | 10-kWp-Anlage |
|---|---|---|
| Kiel, Hamburg | rund 990 kWh | 9.900 kWh |
| Berlin | rund 1.050 kWh | 10.500 kWh |
| Frankfurt am Main | rund 1.080 kWh | 10.800 kWh |
| München | rund 1.140 kWh | 11.400 kWh |
Andere Ausrichtungen bringen weniger. Ein Ost-West-Dach liefert rund 81 Prozent des Ertrags einer Südanlage mit 30 Grad Neigung, flach liegende Module etwa 85 Prozent. Ost-West verteilt den Ertrag dafür gleichmäßiger über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöht. Den Ertrag für deine Postleitzahl und dein Dach simuliert der Solarrechner Stunde für Stunde.
Eigenverbrauch oder Einspeisung
Wirtschaftlich zählt vor allem, wie viel Solarstrom du selbst nutzt. Jede selbst verbrauchte kWh spart den Arbeitspreis von rund 32 Cent. Jede eingespeiste kWh bringt bei Teileinspeisung 7,70 Cent.
Ein Haushalt nutzt aber nur einen Teil des Stroms selbst, weil die Sonne mittags scheint und der Verbrauch morgens und abends anfällt. Nach dem Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin kommt ein Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch und einer 5-kWp-Anlage ohne Speicher auf einen Eigenverbrauch von 25 Prozent und deckt 32 Prozent seines Bedarfs selbst. Mit 10 kWp sinkt der Eigenverbrauch auf 15 Prozent, die Autarkie steigt nur auf 37 Prozent. Ein Speicher, ein E-Auto oder eine Wärmepumpe erhöhen den Eigenverbrauch deutlich, mehr dazu im Ratgeber Stromspeicher.
Bei großen Anlagen mit wenig Eigenverbrauch kann Volleinspeisung mehr bringen. Sie wird mit 12,22 Cent pro kWh bis 10 kWp vergütet, dafür nutzt du keinen eigenen Solarstrom. Bei 0,32 € Strompreis liegt die Grenze rechnerisch bei etwa 19 Prozent Eigenverbrauch. Nutzt du weniger, bringt Volleinspeisung mehr. Zwischen beiden Modellen kannst du jährlich wechseln.
Einspeisevergütung 2026 und was 2027 kommen könnte
Für Anlagen, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gelten diese Sätze für 20 Jahre:
| Einspeiseart | bis 10 kWp | Anteil 10 bis 40 kWp |
|---|---|---|
| Teileinspeisung (mit Eigenverbrauch) | 7,70 ct/kWh | 6,66 ct/kWh |
| Volleinspeisung | 12,22 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Nach geltendem Recht sinken die Sätze alle sechs Monate um 1 Prozent. Für neue Anlagen ab 2027 könnte sich das System grundlegend ändern. Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 sieht vor:
- keine feste Einspeisevergütung mehr für neue Anlagen unter 25 kW,
- stattdessen eine Übergangsvergütung von 5,2 Cent pro kWh für höchstens 36 Monate,
- danach Direktvermarktung mit 1,5 Cent Bonus oder Einspeisung ohne Vergütung,
- eine dauerhafte Begrenzung der Einspeisung auf 50 Prozent der Leistung.
Stand 15.10.2026, noch nicht beschlossen. Anlagen, die bis zum 31.12.2026 in Betrieb gehen, behalten die Sätze nach EEG 2023 für 20 Jahre. Würde der Entwurf so umgesetzt, brächte die 10-kWp-Anlage aus dem Beispiel unten in den ersten drei Jahren rund 469 € statt 695 € Einspeisevergütung pro Jahr. Danach hinge der Erlös vom Marktpreis ab.
Solarspitzengesetz: 60 Prozent und negative Preise
Seit dem 25.02.2025 gelten für neue Anlagen unter 100 kW mit Einspeisevergütung zwei Regeln:
- 60-Prozent-Grenze: Solange kein Smart Meter mit Steuerbox eingebaut ist, darf die Anlage höchstens 60 Prozent ihrer Nennleistung einspeisen, bei 10 kWp also 6 kW. Je nach Ausrichtung gehen dadurch etwa 1 bis 9 Prozent des Ertrags verloren. Wer mittags viel selbst verbraucht oder einen Speicher lädt, verliert weniger.
- Negative Börsenpreise: In Zeiten mit negativen Preisen gibt es keine Vergütung. Diese Zeiten werden ans Ende der 20 Jahre angehängt.
Balkonkraftwerke sind von beiden Regeln ausgenommen, siehe Balkonkraftwerk-Regeln.
Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus
Annahmen: Standort Berlin, Süddach, 4.000 kWh Haushaltsverbrauch, Eigenverbrauch nach den HTW-Werten, 0,32 € Arbeitspreis, Teileinspeisung zu 7,70 Cent, Betriebskosten 1 Prozent der Investition pro Jahr, beim Speicher 12 Prozent Lade- und Entladeverluste. Strompreissteigerung und Alterung der Module sind nicht eingerechnet. 10 kWp und 10 kWh liegen jeweils an der Grenze zweier Preisklassen, gerechnet ist mit rund 1.370 € pro kWp und 400 € pro kWh Speicher.
| 5 kWp | 10 kWp | 10 kWp mit 10 kWh Speicher | |
|---|---|---|---|
| Investition | 10.450 € | 13.700 € | 17.700 € |
| Erzeugung pro Jahr | 5.250 kWh | 10.500 kWh | 10.500 kWh |
| Selbst genutzt | 1.280 kWh | 1.480 kWh | 3.240 kWh |
| Eingespeist | 3.970 kWh | 9.020 kWh | 7.020 kWh |
| Ersparnis beim Strombezug | 410 € | 474 € | 1.037 € |
| Einspeisevergütung | 306 € | 695 € | 541 € |
| Betriebskosten | −105 € | −137 € | −177 € |
| Ergebnis pro Jahr | 611 € | 1.032 € | 1.401 € |
| Amortisation | 17,1 Jahre | 13,3 Jahre | 12,6 Jahre |
Die 10-kWp-Anlage rechnet sich schneller als die kleine, weil sie pro kWp deutlich günstiger ist. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch so stark, dass sich die Mehrkosten in diesem Beispiel knapp lohnen. Für die 10-kWp-Anlage ohne Speicher wäre Volleinspeisung hier sogar etwas besser: 10.500 kWh zu 12,22 Cent bringen rund 1.283 € statt 1.168 € vor Betriebskosten.
Steigt der Strompreis, verkürzt sich die Amortisation. Die 60-Prozent-Grenze ohne Smart Meter verlängert sie leicht. Bei einer angenommenen Laufzeit von 25 Jahren bleibt nach der Amortisation ein Überschuss, der umso größer ausfällt, je mehr Strom du selbst nutzt.
Für wen sich Photovoltaik besonders lohnt
- Haushalte mit hohem Verbrauch am Tag, etwa durch Homeoffice, E-Auto oder Wärmepumpe.
- Große, unverschattete Dächer, weil große Anlagen pro kWp günstiger sind.
- Wer die Anlage bis zum 31.12.2026 in Betrieb nehmen kann und sich die aktuellen Vergütungssätze sichern will.
Weniger gut passt eine Anlage bei starker Verschattung, auf einem Norddach oder auf einem Dach, das in den nächsten Jahren saniert werden muss. Ohne eigenes Dach ist ein Balkonkraftwerk eine Alternative. Wie groß ein Speicher sein sollte, prüfst du mit dem Stromspeicher-Rechner.