Kosten pro 100 km im Vergleich
Grundlage ist ein Verbrauch von 18 kWh pro 100 km ab Steckdose, Ladeverluste eingerechnet. Das ist ein typischer Wert aus dem ADAC-Test für die Mittelklasse, die Spanne reicht von 13 bis 30 kWh. Für Verbrenner sind 7 l Benzin oder 6 l Diesel angesetzt.
| Laden oder Tanken | Preis | pro 100 km | bei 15.000 km im Jahr |
|---|---|---|---|
| Solarstrom vom eigenen Dach | 7,7 ct/kWh | 1,39 € | 208 € |
| Zu Hause, günstiger Neukundentarif | 27 ct/kWh | 4,86 € | 729 € |
| Zu Hause, typischer Arbeitspreis | 32 ct/kWh | 5,76 € | 864 € |
| Öffentlich AC, ad hoc | 56 ct/kWh | 10,08 € | 1.512 € |
| Öffentlich DC bis 150 kW | 58 ct/kWh | 10,44 € | 1.566 € |
| HPC ab 150 kW | 73 ct/kWh | 13,14 € | 1.971 € |
| Diesel, 6 l | 2,25 €/l | 13,50 € | 2.025 € |
| Benzin E10, 7 l | 2,15 €/l | 15,05 € | 2.258 € |
Beim Solarstrom zählt nur die entgangene Einspeisevergütung. Die öffentlichen Preise sind Durchschnittswerte für spontanes Laden ohne Vertrag (ladestatistik.de, Oktober 2026), mit Ladetarif oder Abo kann es günstiger sein. Vereinfacht ist überall mit 18 kWh pro 100 km gerechnet.
Die Spritpreise vom 14.10.2026 enthalten den befristeten Tankrabatt, der vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 gilt. Ohne ihn wäre Tanken teurer und der Abstand zum E-Auto größer.
Wallbox oder Haushaltssteckdose
| Haushaltssteckdose | Wallbox | |
|---|---|---|
| Ladeleistung | meist rund 2,3 kW | bis 11 kW |
| Reichweite pro Stunde Laden | rund 12 km | rund 60 km |
| Ladeverluste | rund 15 % | unter 7 % |
An der Haushaltssteckdose geht mehr Strom verloren. Bei 15.000 km im Jahr sind das rund 200 kWh mehr als an der Wallbox, also rund 65 € bei 0,32 € pro kWh. Dazu kommt die lange Ladezeit: Für 100 km Reichweite braucht das Auto an der Steckdose rund acht Stunden.
Für gelegentliches Laden reicht die Steckdose. Lädst du regelmäßig, lass den Stromkreis von einem Elektriker prüfen, weil die Steckdose dann stundenlang unter hoher Last steht. Eine Wallbox musst du vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anmelden. Geräte mit mehr als 12 kVA, also etwa eine 22-kW-Wallbox, brauchen seine Zustimmung.
Was du vor dem Einbau einer Wallbox klären solltest
- Leitung und Hausanschluss: Ein Elektriker prüft, ob der Hausanschluss die zusätzliche Last trägt und wie die Leitung zum Stellplatz verläuft. Davon hängen die Kosten am stärksten ab.
- Fehlerstromschutz: Die Wallbox braucht einen eigenen Stromkreis mit Fehlerstromschutz. Viele Geräte erkennen Gleichfehlerströme selbst, sonst ist ein FI-Schalter Typ B nötig.
- Mietwohnung oder Eigentümergemeinschaft: Mieter und Wohnungseigentümer haben einen Anspruch darauf, eine Ladestation einbauen zu lassen. Über die Ausführung dürfen Vermieter oder Gemeinschaft mitentscheiden.
- Anmeldung: Meist übernimmt der Elektriker die Anmeldung beim Netzbetreiber. Frag nach, ob die Wallbox gleich als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet wird.
§ 14a: günstigere Netzentgelte für die Wallbox
Wallboxen mit mehr als 4,2 kW, die seit 2024 in Betrieb genommen werden, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf sie bei drohender Überlastung des Netzes auf 4,2 kW drosseln. Auch dann lädt das Auto noch rund 23 km Reichweite pro Stunde. Im Gegenzug zahlst du weniger Netzentgelt:
- Modul 1: pauschal etwa 110 bis 190 € im Jahr, im Schnitt 145 €. Ein zusätzlicher Zähler ist nicht nötig. Bei 2.700 kWh Ladestrom entspricht das rund 5,4 Cent pro kWh.
- Modul 2: 60 Prozent weniger Netzentgelt-Arbeitspreis, dafür brauchst du einen eigenen Zähler für die Wallbox.
- Modul 3: zeitvariable Netzentgelte seit dem 1. April 2025, nur zusammen mit Modul 1 und einem Smart Meter.
Mit Solarstrom laden
Mit einer PV-Anlage kostet dich jede selbst geladene kWh nur die entgangene Einspeisevergütung von 7,70 Cent. 100 km kosten dann rund 1,40 €. Damit das klappt, muss das Auto tagsüber zu Hause stehen. Eine Wallbox mit Überschussladen startet, sobald die Anlage mehr erzeugt, als das Haus gerade braucht.
Die Ladenorm sieht einen Mindeststrom von 6 A vor. Das sind einphasig rund 1,4 kW und dreiphasig rund 4,1 kW. Eine Wallbox mit Phasenumschaltung kann deshalb schon bei kleinem Überschuss laden. Lädst du die Hälfte mit Solarstrom und die andere Hälfte mit Netzstrom zu 0,32 €, kosten 100 km rund 3,60 €. Wie viel Solarstrom deine Anlage für das Auto übrig hat, zeigt der Solarrechner. Mehr zur Wirtschaftlichkeit steht im Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik.
Mit dynamischem Tarif laden
Ohne PV-Anlage kannst du mit einem dynamischen Stromtarif in den günstigsten Stunden laden, zum Beispiel nachts oder an sonnigen Tagen mittags. Jeder Cent, den der Börsenpreis in deinen Ladezeiten niedriger liegt, spart bei 2.700 kWh rund 32 € im Jahr. Die günstigsten Stunden für heute und morgen zeigt die Seite Börsenstrompreis. Wie der Tarif funktioniert, erklärt der Ratgeber dynamischer Stromtarif.
Was das im Jahr ausmacht
Bei 15.000 km im Jahr kostet das Laden zu Hause mit 0,32 € pro kWh rund 864 €. Der Kraftstoff für einen Benziner kostet bei aktuellen Preisen rund 2.258 €, für einen Diesel rund 2.025 €. Der Unterschied liegt also bei 1.160 bis 1.390 € im Jahr. Wer nur öffentlich lädt, zahlt 1.512 bis 1.971 € und spart deutlich weniger. Lädst du 80 Prozent zu Hause und 20 Prozent am DC-Schnelllader, kosten 100 km rund 6,70 €.
Auch beim CO₂ liegt das E-Auto im Betrieb vorn. Mit dem Strommix 2025 von 344 g pro kWh sind es rund 6,2 kg CO₂ pro 100 km, beim Benziner 16,6 kg und beim Diesel 15,9 kg. Die Herstellung von Auto und Akku ist darin nicht enthalten. Deine eigenen Werte rechnest du im E-Auto-Ladekosten-Rechner.