Was ein Speicher bringt

Eine PV-Anlage erzeugt den meisten Strom mittags, der Haushalt braucht ihn morgens und abends. Ein Speicher nimmt den Überschuss auf und gibt ihn später ab. Wie viel das bringt, zeigen Referenzwerte aus dem Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin für einen Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch:

Anlage Eigenverbrauch Autarkie Strom aus dem Netz
5 kWp ohne Speicher 25 % 32 % 2.720 kWh
5 kWp mit 5 kWh Speicher 54 % 63 % 1.480 kWh
5 kWp mit 10 kWh Speicher 62 % 71 % 1.160 kWh
10 kWp ohne Speicher 15 % 37 % 2.520 kWh
10 kWp mit 10 kWh Speicher 35 % 81 % 760 kWh

Eigenverbrauch ist der Anteil des Solarstroms, den du selbst nutzt. Autarkie ist der Anteil deines Verbrauchs, den die Anlage deckt. Die Tabelle zeigt den wichtigsten Effekt: Die ersten 5 kWh Speicher heben die Autarkie der 5-kWp-Anlage um 31 Prozentpunkte, die nächsten 5 kWh nur noch um 8.

Welche Größe passt

Als Faustregel reicht etwa 1 kWh nutzbare Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Bei 4.000 kWh sind das rund 4 bis 5 kWh. Ein deutlich größerer Speicher wird im Sommer nachts oft nicht leer und im Winter tagsüber selten voll.

Auch Wärmepumpe und E-Auto rechtfertigen nicht automatisch einen größeren Speicher. Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn kaum Überschuss da ist. Das E-Auto lädt am günstigsten direkt mittags aus der Anlage, ohne Umweg über den Speicher und dessen Verluste.

Was ein Speicher kostet

Mit der PV-Anlage installiert kosten Speicher laut Angebotsindex der Verbraucherzentrale (August 2026):

Speichergröße Preis pro kWh Beispiel
4 bis 6 kWh 510 € 5 kWh: 2.550 €
6 bis 8 kWh 480 € 7 kWh: 3.360 €
8 bis 10 kWh 410 € 9 kWh: 3.690 €
10 bis 12 kWh 390 € 11 kWh: 4.290 €
12 bis 16 kWh 360 € 14 kWh: 5.040 €

Wie bei der PV-Anlage fällt keine Mehrwertsteuer an. Wird der Speicher später nachgerüstet, kommen oft eigene Installationskosten dazu.

Was eine gespeicherte kWh kostet

Ob sich ein Speicher lohnt, zeigt ein einfacher Vergleich: Was kostet eine kWh aus dem Speicher, und was kostet eine kWh aus dem Netz?

Speicherkosten pro kWh = Preis ÷ (Strom aus dem Speicher pro Jahr × Lebensdauer in Jahren)

Dazu kommt die entgangene Einspeisevergütung. Jede gespeicherte kWh hättest du sonst für 7,70 Cent eingespeist, und beim Laden und Entladen gehen rund 12 Prozent verloren. Das macht knapp 9 Cent pro kWh aus dem Speicher. Den Strom aus dem Speicher liefert die HTW-Tabelle oben, für 10 kWh ist mit rund 400 € pro kWh gerechnet:

Fall Preis Strom aus dem Speicher Vollzyklen pro Jahr Kosten pro kWh bei 10 Jahren bei 15 Jahren
5 kWp, 5 kWh 2.550 € 1.240 kWh rund 250 29,3 ct 22,5 ct
10 kWp, 10 kWh 4.000 € 1.760 kWh rund 175 31,5 ct 23,9 ct
5 kWp, 10 kWh 4.000 € 1.560 kWh rund 155 34,4 ct 25,8 ct

Die Kosten enthalten die entgangene Einspeisevergütung. Hält der Speicher 15 Jahre, kostet eine kWh daraus 22,5 bis 25,8 Cent und damit weniger als die rund 32 Cent aus dem Netz. Hält er nur 10 Jahre, liegt sie bei 29,3 bis 34,4 Cent, und der Vorteil ist weitgehend weg.

Für den passend dimensionierten 5-kWh-Speicher heißt das: Jede kWh daraus spart rund 23 Cent, also 32 Cent Netzstrom minus knapp 9 Cent entgangene Vergütung. Bei 1.240 kWh im Jahr sind das rund 290 €, der Speicher hat sich nach knapp 9 Jahren bezahlt gemacht. Die zweiten 5 kWh im Fall mit 10 kWh kosten rund 1.450 € mehr, liefern aber nur 320 kWh zusätzlich, also rund 74 € im Jahr. Sie brauchen fast 20 Jahre, bis sie sich rechnen.

Zyklen und Lebensdauer

Ein Vollzyklus bedeutet, dass der Speicher einmal komplett geladen und entladen wird. Im Einfamilienhaus kommt ein Speicher auf etwa 150 bis 250 Vollzyklen im Jahr, im Winter steht er oft halb leer. Heute übliche Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) sind auf mehrere tausend Vollzyklen ausgelegt. Die Zyklenzahl ist deshalb selten die Grenze, eher die Alterung über die Jahre und die Elektronik. Viele Hersteller geben zehn Jahre Garantie. Rechne zur Sicherheit beide Szenarien durch, 10 und 15 Jahre.

Wann sich ein Speicher eher lohnt

  • Der Speicher passt zum Verbrauch, also rund 1 kWh pro 1.000 kWh im Jahr.
  • Du verbrauchst abends und nachts viel Strom.
  • Der Preis pro kWh Speicherkapazität ist niedrig.
  • Die Einspeisevergütung ist niedrig. Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 sieht für neue Anlagen unter 25 kW nur noch eine Übergangsvergütung von 5,2 Cent für höchstens 36 Monate vor (Stand 15.10.2026, noch nicht beschlossen). Je weniger eine eingespeiste kWh bringt, desto mehr lohnt es sich, sie zu speichern.
  • Deine neue Anlage darf ohne Smart Meter nach dem Solarspitzengesetz nur 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen. Ein Speicher nimmt einen Teil der Mittagsspitze auf.

Manche Speicher lassen sich mit einem dynamischen Stromtarif zusätzlich aus dem Netz laden, wenn der Börsenpreis niedrig ist. Wegen der Speicherverluste lohnt sich das nur bei großen Preisunterschieden, mehr dazu im Ratgeber dynamischer Stromtarif. Ob und in welcher Größe sich ein Speicher bei dir rechnet, zeigt der Stromspeicher-Rechner, die passende Anlage dazu der Solarrechner. Grundlagen zur PV-Anlage stehen im Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik.