So rechnest du den Stromverbrauch aus

Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die JAZ gibt an, wie viele kWh Wärme die Wärmepumpe im Jahresmittel aus 1 kWh Strom macht. Bei einer JAZ von 3,4 werden aus 1 kWh Strom 3,4 kWh Wärme.

Den Wärmebedarf leitest du aus deinem bisherigen Verbrauch ab:

  • Gasheizung: Gasverbrauch in kWh × 0,9. Aus 20.000 kWh Gas werden so rund 18.000 kWh Wärme.
  • Ölheizung: Liter × 10 kWh × 0,85. Aus 2.000 l Heizöl werden rund 17.000 kWh Wärme.

Die Faktoren 0,9 und 0,85 stehen für typische Jahresnutzungsgrade bestehender Heizungen. Mit einer JAZ von 3,4 brauchst du für 18.000 kWh Wärme rund 5.300 kWh Strom, für 17.000 kWh rund 5.000 kWh. Warmwasser ist darin enthalten, wenn es bisher über die Heizung lief. Mit deinen eigenen Werten rechnet der Wärmepumpen-Rechner.

Welche Jahresarbeitszahl realistisch ist

Das Fraunhofer ISE hat in einem Feldtest 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden mit Baujahren von 1826 bis 2001 gemessen. Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Schnitt auf eine JAZ von 3,4, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt 4,3, mit einer Spanne von 3,6 bis 5,4. Der elektrische Heizstab machte nur 1,3 Prozent des Stromverbrauchs aus, die CO₂-Emissionen lagen 64 Prozent unter denen einer Gasheizung.

Für 18.000 kWh Wärme im Jahr bedeutet das:

Wärmepumpe JAZ Strom pro Jahr Kosten mit WP-Tarif
Luft-Wasser, schwache Anlage 2,6 6.920 kWh 1.802 €
Luft-Wasser, Durchschnitt 3,4 5.290 kWh 1.411 €
Luft-Wasser, gute Anlage 4,9 3.670 kWh 1.022 €
Sole-Wasser, Durchschnitt 4,3 4.190 kWh 1.145 €

Gerechnet ist mit einem Wärmepumpentarif von 24 Cent pro kWh plus 140 € Grundpreis im Jahr. Wie gut eine Anlage arbeitet, hängt vor allem von der Vorlauftemperatur ab: Je niedriger sie ist, desto effizienter. Flächenheizungen oder große Heizkörper, eine gute Dämmung und eine richtig eingestellte Heizkurve helfen. Warmwasser braucht höhere Temperaturen und senkt die JAZ etwas.

Wärmepumpentarif und § 14a

Wärmepumpen über 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf sie bei drohender Netzüberlastung auf 4,2 kW drosseln. Bei einer Leistungszahl von 3 liefert die Wärmepumpe dann noch rund 12,6 kW Wärme. Im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Du wählst zwischen Modul 1 und Modul 2, Modul 3 kommt optional zu Modul 1 dazu:

  • Modul 1: pauschale Reduzierung um etwa 110 bis 190 € im Jahr, im Schnitt 145 €. Die Wärmepumpe läuft über den Haushaltszähler.
  • Modul 2: 60 Prozent weniger Netzentgelt-Arbeitspreis, dafür brauchst du einen eigenen Zähler. Wärmepumpentarife kosten im Schnitt 24 Cent pro kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr, die günstigsten rund 21 Cent.
  • Modul 3: zeitvariable Netzentgelte seit dem 1. April 2025, nur zusammen mit Modul 1 und einem Smart Meter.

Welche Variante günstiger ist, hängt von deinen Tarifen ab. Für 5.300 kWh im Jahr:

Variante Kosten pro Jahr
Haushaltsstrom 32 Cent, Modul 1 1.549 €
Neukundentarif 27 Cent, Modul 1 1.284 €
Wärmepumpentarif 24 Cent plus 140 €, Modul 2 1.411 €
Günstiger Wärmepumpentarif 21 Cent plus 140 €, Modul 2 1.252 €

Für Modul 2 brauchst du einen zweiten Zählerplatz, das kann einmalige Kosten verursachen. Mit einem dynamischen Stromtarif und Modul 3 lassen sich zusätzlich günstige Stunden nutzen.

Kosten im Vergleich zu Gas und Öl

Bei gleichem Wärmebedarf von 18.000 kWh und Preisen vom Oktober 2026:

Heizung Verbrauch Preis Energiekosten pro Jahr
Gasheizung 20.000 kWh Gas 11,93 ct/kWh 2.386 €
Ölheizung 2.118 l Heizöl 170,82 € pro 100 l 3.617 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe, JAZ 3,4 5.290 kWh Strom 24 ct/kWh plus 140 € 1.411 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe, JAZ 4,3 4.190 kWh Strom 24 ct/kWh plus 140 € 1.145 €

Pro kWh Wärme kostet Gas damit rund 13,3 Cent, Heizöl rund 20,1 Cent und die Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Grundpreis rund 7,8 Cent. Der Gaspreis ist der BDEW-Durchschnitt 2026 für Einfamilienhäuser, Neukunden zahlen rund 13 Cent. Heizöl ist zuletzt stark gestiegen. Wartung und Anschaffung sind in der Tabelle nicht enthalten.

In den Gas- und Ölpreisen steckt der CO₂-Preis, 2026 sind das 65 € pro Tonne. Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) ist auf 2028 verschoben. Seit dem 29.07.2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) die 65-Prozent-Regel des GEG. Neue Gas- und Ölheizungen müssen danach schrittweise steigende Anteile an Biogas oder Bioöl nutzen.

Förderung über KfW 458

Nach dem Merkblatt vom September 2026 fördert die KfW den Einbau einer Wärmepumpe so:

  • Grundförderung: 30 Prozent.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent bis 31.01.2027, danach sinkt er um 4 Prozentpunkte pro Halbjahr. Ihn bekommen selbstnutzende Eigentümer, die eine alte fossile Heizung ersetzen.
  • Einkommensbonus: 30 bis 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 €, 10 Prozent bis 50.000 €.
  • Obergrenze: insgesamt höchstens 70 Prozent, in der niedrigsten Einkommensgruppe 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit.

Der Effizienzbonus von 5 Prozent ist seit dem 21.07.2026 gestrichen. Ein Beispiel: Kostet die Wärmepumpe 32.000 €, sind 28.000 € förderfähig. Mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus, zusammen 46 Prozent, gibt es 12.880 €. Mit Einkommensbonus sind es die maximalen 70 Prozent, also 19.600 €. Stell den Antrag, bevor die Arbeiten beginnen.

Geplant ist, die Grundförderung ab dem ersten Quartal 2027 auf 15 Prozent zu senken und einen EU-Bonus von 15 Prozent einzuführen. Im Merkblatt steht das noch nicht. Stand 15.10.2026, noch nicht beschlossen.

Wärmepumpe und Photovoltaik

Eine PV-Anlage kann einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern, vor allem in der Übergangszeit und für Warmwasser im Sommer. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht, ist der Solarertrag gering. Wie viel deine Anlage beitragen kann, simuliert der Solarrechner. Hintergründe stehen im Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik.